Art. 293 EGStGB erlaubt den Ländern, freie Arbeit zur Abwendung der Ersatzfreiheitsstrafe zu regeln. Wird die bewilligte Arbeit geleistet, ist die Ersatzfreiheitsstrafe im entsprechenden Umfang erledigt. Zuständigkeit, Stundenzahl, Einsatzstelle und Fristen richten sich nach dem jeweiligen Landesrecht und der konkreten Bewilligung.
Das Wichtigste in Kürze
- Freie Arbeit braucht eine landesrechtliche Grundlage und Bewilligung.
- Die Arbeit ist unentgeltlich und nicht erwerbswirtschaftlich.
- Arbeitsstunden pro Hafttag bestimmt das jeweilige Landesrecht.
- Erst tatsächlich geleistete und anerkannte Arbeit erledigt die Haft.
Bundesrechtliche Ermächtigung und Landesregelung
Art. 293 Absatz 1 EGStGB ermächtigt die Landesregierungen zu Regelungen, nach denen die Vollstreckungsbehörde freie Arbeit gestatten kann. Soweit die Arbeit geleistet ist, gilt die Ersatzfreiheitsstrafe als erledigt; die erforderlichen Stunden pro Hafttag legt die Landesverordnung fest.
Die Arbeit muss unentgeltlich sein und darf keinen erwerbswirtschaftlichen Zwecken dienen. Nach Absatz 2 entsteht weder ein Arbeitsverhältnis noch ein sozialversicherungsrechtliches Beschäftigungsverhältnis; Arbeitsschutzvorschriften gelten sinngemäß.
Einsatzstelle, Leistungsfähigkeit und Fristen klären
Der Antrag sollte Aktenzeichen, offene Tagessätze, Wohnort, zeitliche Verfügbarkeit, gesundheitliche Einschränkungen, Sprach- und Mobilitätsfragen enthalten. Die zuständige Vermittlungsstelle kann geeignete Einsatzstellen benennen.
Bewilligung, Beginn, Wochenstunden, Nachweispflichten und Folgen von Krankheit oder Fehltagen müssen schriftlich geklärt werden. Probleme sollten vor einem Abbruch gemeldet und belegt werden; eigenmächtiger Wechsel der Einsatzstelle kann die Anerkennung gefährden.
- Hinweisschreiben und zuständige Vermittlungsstelle prüfen.
- Freie Arbeit schriftlich und frühzeitig beantragen.
- Einschränkungen und realistische Verfügbarkeit offenlegen.
- Stunden und Anerkennung lückenlos bestätigen lassen.
Antrag oder Zuweisung ist noch keine Erledigung
Freie Arbeit ist kein bundesweit identisches Programm. Stundenmaß, Verfahren und Fristen unterscheiden sich nach Landesrecht. Ein Antrag stoppt eine bereits bestimmte Vollstreckung nicht ohne entsprechende Entscheidung.
Allgemeine Information zum Rechtsstand 15. August 2026. Maßgeblich sind die aktuelle Landesregelung, die Bewilligung der Vollstreckungsbehörde und die tatsächlich anerkannte Leistung.
Häufige Folgefragen
Wie viele Stunden ersetzen einen Hafttag?
Das bestimmt die jeweilige Landesverordnung; es gibt keine im Bundesgesetz einheitlich genannte Zahl.
Bekomme ich für die Arbeit Lohn?
Nein. Art. 293 EGStGB verlangt unentgeltliche Arbeit.
Bin ich damit sofort vor Haft geschützt?
Erst eine wirksame Bewilligung und die Abstimmung mit der Vollstreckungsbehörde schaffen Verlässlichkeit; der bloße Antrag genügt nicht.
Amtliche Quellen
Strafvollstreckung: Strafantritt, Geldstrafe und Entlassung
Welche Schritte sind nach einer rechtskräftigen Verurteilung wichtig?
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