Durchsucht werden dürfen nur Orte und Behältnisse, die vom Beschluss und gesetzlichen Suchzweck erfasst sind und in denen das Gesuchte nach Größe und Art auffindbar sein kann. Keller, Garage, Fahrzeug, Schrank oder Tasche sind daher nicht automatisch einbezogen; entscheidend sind Zuordnung, Beschlusswortlaut und konkrete Suchgegenstände.
Das Wichtigste in Kürze
- Anschrift allein beantwortet nicht jede Raumfrage.
- Größe und Art des Beweismittels begrenzen die Suche praktisch.
- Ausschließlich fremde Bereiche können § 103 StPO unterfallen.
- Eine Einwilligung kann den Beschlussumfang freiwillig erweitern.
Suchzweck, Sachherrschaft und Beschluss bestimmen die Reichweite
§ 102 StPO erlaubt die Durchsuchung der Wohnung, anderer Räume, der Person und der Sachen des Beschuldigten. Welche Nebenräume dazugehören, richtet sich nach seiner tatsächlichen Nutzung und dem konkreten Beschluss. Für Räume oder Gegenstände ausschließlich anderer Personen gelten grundsätzlich die engeren Voraussetzungen des § 103.
Die Suche muss zur Auffindung des bezeichneten Beweismittels geeignet sein. Nach einem großen Gegenstand darf nicht in kleinsten Behältnissen gesucht werden; bei digitalen Speichermedien kann dagegen eine Vielzahl kleiner Ablagen relevant sein. Auch dann bleiben Verhältnismäßigkeit und Beschlagnahmeverbote bestehen.
Grenzfälle Raum für Raum dokumentieren
Es wird festgehalten, wer Kellerabteil, Garage, Fahrzeug, Schrank oder Cloudkonto tatsächlich nutzt. Beschriftungen, Mietunterlagen und Schlüsselzuordnung können später wichtig sein. Bei gemischter Nutzung wird der Widerspruch sachlich erklärt.
Beschuldigte sollten keine freiwillige Zustimmung zu weiteren Räumen oder Geräten erklären, nur um die Maßnahme zu beschleunigen. Sie können auf eine klare Zuordnung hinweisen, ohne Angaben zur Sache oder zum Inhalt von Behältnissen zu machen.
- Jeden zusätzlich geöffneten Bereich notieren.
- Nutzer- und Schlüsselzuordnung sichern.
- Keine freiwillige Erweiterung erklären.
- Suchgegenstand mit Behältnisgröße abgleichen.
Eine Überschreitung ist nicht durch Gegenwehr zu klären
Eine falsche Behauptung über Eigentum oder Nutzung kann neue Probleme schaffen. Umgekehrt bedeutet bloßes Eigentum eines Dritten nicht zwingend, dass ein Gegenstand außerhalb des Zugriffs liegt, wenn der Beschuldigte ihn tatsächlich nutzt.
Allgemeine Information zum Rechtsstand 24. August 2026. Reichweite und Zuordnung sind anhand von Beschluss, tatsächlicher Nutzung und Suchgegenstand zu beurteilen.
Häufige Folgefragen
Darf die Polizei den Keller durchsuchen?
Wenn der Keller dem Beschuldigten zugeordnet und vom Beschluss erfasst ist, kann das zulässig sein; Gemeinschafts- oder Fremdbereiche verlangen eine eigene Prüfung.
Darf jedes Fahrzeug auf dem Grundstück geöffnet werden?
Nein, Zuordnung und Beschlussumfang sind zu prüfen. Ein ausschließlich fremdes Fahrzeug ist nicht automatisch von § 102 erfasst.
Darf ein verschlossener Schrank gewaltsam geöffnet werden?
Ein rechtmäßig erfasster Suchbereich kann nötigenfalls geöffnet werden; Verhältnismäßigkeit und Zuordnung bleiben prüfbar.
Amtliche Quellen
Durchsuchung und Beschlagnahme
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