Gerichtliche Vollstreckungsentscheidungen nach § 462 StPO sind grundsätzlich mit der sofortigen Beschwerde anfechtbar. Sie muss nach § 311 StPO binnen einer Woche eingelegt werden. Die Beschwerde hemmt die Vollstreckung regelmäßig nicht automatisch; Eilbedarf muss deshalb ausdrücklich behandelt werden.
Das Wichtigste in Kürze
- § 462 Absatz 3 eröffnet die sofortige Beschwerde.
- Die Regelfrist beträgt eine Woche.
- Einlegung erfolgt beim Ausgangsgericht.
- Aufschiebende Wirkung besteht nur in gesetzlich bestimmten Fällen.
Statthaftigkeit, Frist und Wirkung
§ 462 Absatz 3 StPO erklärt die dort erfassten Beschlüsse für sofort beschwerdefähig. Nach § 311 Absatz 2 beträgt die Frist eine Woche; § 306 bestimmt grundsätzlich die Einlegung beim Gericht, dessen Entscheidung angegriffen wird.
Nach § 307 StPO hemmt die Beschwerde den Vollzug grundsätzlich nicht. Eine besondere aufschiebende Wirkung nennt § 462 Absatz 3 Satz 2 nur für die Beschwerde der Staatsanwaltschaft gegen einen Beschluss, der eine Vollstreckungsunterbrechung anordnet.
Beschluss, Bekanntgabe und konkretes Ziel sichern
Sichern Sie vollständigen Beschluss, Umschlag oder elektronischen Bekanntgabenachweis und den genauen Tag des Zugangs. Die Einlegung sollte Gericht, Aktenzeichen, angegriffene Entscheidung und den eindeutigen Beschwerdewillen enthalten.
Die Begründung trennt Verfahrensfehler, unvollständige Tatsachenbasis und falsche Rechtsanwendung. Bei drohender Vollstreckung ist zusätzlich eine konkrete Zwischenentscheidung zu beantragen und mit den nicht wiedergutzumachenden Folgen zu begründen.
- Beschluss und Bekanntgabetag sofort dokumentieren.
- Beschwerde innerhalb einer Woche beim Ausgangsgericht einlegen.
- Anfechtungsziel und Fehler getrennt begründen.
- Fehlende Hemmung und notwendigen Eilrechtsschutz prüfen.
Begründung ersetzt keine fristgerechte Einlegung
Eine Gegenvorstellung, ein neuer Sachantrag oder bloße Korrespondenz ersetzt die sofortige Beschwerde nicht. Wer erst die ausführliche Begründung fertigstellt, kann die Einlegungsfrist verlieren.
Allgemeine Information zum Rechtsstand 15. August 2026. Statthaftigkeit, Fristbeginn, Beschwer und Eilrechtsschutz müssen anhand des konkreten Beschlusses geprüft werden.
Häufige Folgefragen
Wie lang ist die Frist?
Für die sofortige Beschwerde grundsätzlich eine Woche ab Bekanntmachung der Entscheidung.
Wo wird sie eingelegt?
Grundsätzlich bei dem Gericht, dessen Entscheidung angegriffen wird.
Stoppt sie die Vollstreckung?
Regelmäßig nein. Eine Hemmung oder Zwischenentscheidung muss sich aus dem Gesetz oder einer besonderen Anordnung ergeben.
Amtliche Quellen
Strafvollstreckung: Strafantritt, Geldstrafe und Entlassung
Welche Schritte sind nach einer rechtskräftigen Verurteilung wichtig?
Alle 22 Ratgeber im Zusammenhang ansehen